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Warum Geschichten uns verbinden

Ob am Lagerfeuer, im Hörbuch oder im Gespräch – Geschichten begleiten uns seit jeher. Sie geben Wissen weiter, schaffen Gemeinschaft und verbinden Menschen über Generationen hinweg.

02.03.2026

Wir alle hören gerne Geschichten: ein spannendes Erlebnis einer Freundin von ihrer letzten Reise, ein neues Hörbuch, dem wir am Abend lauschen, die Abenteuergeschichte, die wir unseren Kindern vorlesen, der gut erzählte Fantasy-Film, den wir uns anschauen oder Erzählungen über vergangene Zeiten von älteren Menschen.

In früheren Zeiten konnten nur sehr wenige Menschen lesen und schreiben. Das Erzählen von Geschichten und mündliche Berichte über Ereignisse war für viele daher die einzige Möglichkeit sich zu informieren oder sich an langen Abenden zu unterhalten. Die Erzählkunst ist vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. Erzählen bringt uns als Gemeinschaft zusammen.

Kinder, die noch wenig Deutsch sprechen, werden behutsam an die Sprache herangeführt. Mit dem Erzählen und vor allem dem gemeinsamen Erfinden von Geschichten werden viele wichtige Kompetenzen gefördert. Zum Beispiel: Zuhören, Konzentration, Sprache, Ausdruck, Empathie, Fantasie und Kreativität.

In der Kindergruppe kannst du durch Geschichten Verbindungen mit der Natur schaffen, in dem du Elemente und Figuren aus der Natur und Umwelt einbindest. Unterstützt werden kann deine Geschichte auch durch eine Hand- oder Fingerpuppe oder kleine Naturmaterialien, die ihr gefunden habt. Die Zuhörer sind ganz bei der Sache. Sie identifizieren sich mit dem Figuren der Geschichte. Vor allem aber wollen sie wissen, ob die Geschichte gut ausgeht und wie dies gelingt.
 

Was musst du tun, um eine gute Geschichte zu erzählen?

  1. Ideen sammeln

Mach eine Wahrnehmungsübung: Nimm wahr, was um dich herum geschieht. Was siehst, hörst, riechst und fühlst du? Welche Menschen begegnen dir? Wer von ihnen könnte eine interessante Figur abgeben? Was treibt sie an? 
Welche Themen beschäftigen dich selbst gerade? Mit welchen Hoffnungen und Ängsten sind diese verbunden? Was kann dir dabei helfen, es zu erreichen? Und was hält dich davon ab? 
Worüber unterhalten sich die Kinder in der Gruppe? Was erzählen sie im Redekreis? 
Welches Thema habt ihr in der nächsten Gruppenstunde? → Lehmgesichter an Bäumen zu gestalten? Insekten an einem Totholz-Stamm beobachten? Daraus kann eine Geschichte entstehen.

In allem, was dir begegnet, stecken Ideen für gute Geschichten. Du musst bloß lernen, sie zu erkennen!

2. Aufbau der Geschichte

Überlege dir einen "roten Faden" für die Geschichte. Was willst du wann erzählen? Mach dir möglichst schon zu Beginn des Erzählens bewusst, wie dein Ende aussehen soll. Eine gute Erzählung ist packend, spannend und bleibt im Gedächtnis. Im Prinzip besteht auch eine mündliche Erzählung aus drei Bestandteilen:

  • Einleitung, die den Hintergrund erklärt.
  • Hauptteil, in dem etwas Besonderes passiert, mit Höhepunkten und Verstrickungen.
  • Schluss, mit Auflösung z.B. mit einer Erkenntnis oder einem spaßigen Schluss.

Wer viel mehr über den Aufbau einer Geschichte lernen möchte, findet es hier:
https://www.epubli.com/wissen/aufbau-einer-geschichte#elementor-toc__heading-anchor-4

Hole die Zuhörenden mitten in eine Situation hinein. Du benötigst eine*n Helden*in, ein Ziel und Hindernisse, die diesem im Weg stehen. Zusammen ergibt dies den Konflikt. Erst, indem du deiner Figur Steine in den Weg legst, entsteht Spannung. Das Publikum verknüpft sich besonders leicht mit Charakteren, die aktiv handeln und ihr Schicksal in die Hand nehmen. Um die Spannung zu steigern oder lustige Phasen einzubauen, kannst du dir überraschende Wendungen ausdenken. Versuche, das Interesse zu wecken, indem du Andeutungen machst. Doch halte zugleich wichtige Infos zurück. Eine gute Geschichte ruft Emotionen bei den Zuhörenden hervor, diese müssen natürlich altersgemäß sein.

3. Wie wird die Geschichte vorgetragen?

  • Humor kann aus einer guten Geschichte eine wirklich unterhaltsame Story machen.
  • Eine mündlich erzählte Geschichte darf sich bei jedem Erzählen ein wenig verändern.
  • Leichte Übertreibungen machen etwas anschaulich und sind lustig.
  • Beziehe das Publikum mit ein. Stelle zum Beispiel eine Frage oder lasse dein Publikum auf ein Stichwort von dir ein Geräusch machen.
  • Benutze unterschiedliche Stimmlagen für unterschiedliche Figuren.
  • Deine Mimik und Gestik sind wichtig. Schneide zum Beispiel Grimassen, hole weit mit den Armen aus, wenn du etwas Großes beschreibst.
  • Beschreibe die Figuren, die Landschaft, oder Gegenstände sehr genau, damit dein Publikum sie sich gut vorstellen kann. Verwende dazu unterschiedliche beschreibende Adjektive.
  • Benutze eine bildhafte Sprache. Beispiel: "Er wurde rot wie eine Tomate". So entstehen „innere Bilder“ im Kopf der Zuhörenden.
  • Stelle Gefühlsregungen dar und benenne sie nicht einfach nur. Beispiel: "Sie zitterte vor Angst".
  • Drücke dich umgangssprachlich aus, so wie du dich unterhältst.
  • Jüngere Kinder lieben Wiederholungselemente, z. B. den immer gleichen Satz des Helden oder die sich immer wiederholende Frage des Kindes in der Geschichte.
     

4. Die Kinder mit einbeziehen

Besonders schön ist es, wenn du in der Kindergruppe mit den Kindern gemeinsam eine Geschichte erfindest und sie aktiv an der Entstehung der Geschichte beteiligt sind. 
Folgende Fragen könnt ihr euch dabei stellen:

  • Wo spielt unsere Geschichte?
  • Wer lebt an diesem Ort?
  • Wer ist unser*e Held*in?
  • Wie ist sein/ihr Aussehen und Charakter?
  • Was tut er/sie?
  • Welches Problem oder Hindernis gibt es?
  • Wie wird das Problem oder Hindernis überwunden?
  • Wie geht unsere Geschichte aus?
  • Wo endet unsere Geschichte?