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Vielfältige Kindergruppenarbeit: Was kannst du tun

In der Gruppenleiter*innen-Ausbildung haben wir Strategien für offene, handlungsfähige und rassismuskritische Gruppenarbeit erarbeitet, von Schubladendenken bis Chancengleichheit.

02.03.2026

Zusammen mit dem Eine Welt Netzwerk Bayern e.V., den beiden Referentinnen Fabienne Molela und Lisa Schnatterer haben wir uns auf der Gruppenleiter*innen Ausbildung dem Thema der vielfältigen Gruppenarbeit gewidmet.

Dazu gehören Sensibilisierung zu vorhandenem Schubladen-Denken, koloniale Hintergründe, um Rassismus besser zu verstehen und der Frage, in wie weit Menschen die gleichen Chancen habe und ob das Grundgesetzt für alle Menschen gilt, die in Deutschland wohnen.

Dann ging es in die Praxis! Wir haben besprochen, was Gruppenleitungen tun können, um offen zu sein und handlungsfähig zu bleiben. Fabienne Molela hat einen Leitfaden für rassismuskritisches Handeln in der Jugendarbeit ausgearbeitet, den wir euch vorstellen möchten. Vielen Dank an dieser Stelle!

Die Graphik zeigt vier Schritte, die wir tun können, wenn ein Vorfall passiert. Dies gilt für Rassismus, aber auch andere Diskriminierungsformen. Wichtig ist, dass wir nicht perfekt reagieren müssen, sondern Haltung zeigen sollen.

  1. Unterbrechen

Ignoriere nicht, wenn eine diskriminierende Handlung oder Aussage kommt. Vermeide dabei die Frage: „Wie hast du das gemeint?“. Du kannst sagen: „Stopp – das ist nicht okay“ oder „Diese Aussage verletzt. So sprechen wir hier nicht.“ Oder „Ich greife ein, weil das rassistisch ist/verletzt“.

2. Schützen

Kümmere dich zuerst um die betroffene Person, und nicht um die Versursachende. Bei einem Unfall würden wir uns auch zuerst um die verletzte Person kümmern. Du kannst sagen: „Ich habe gesehen was passiert ist.“ „Du bist nicht allein damit.“ Wichtig ist, dass du keine Erklärung vor der gesamten Gruppe verlangst.

3. Einordnen

Benenne die Tat und verurteile nicht das Kind oder die Person, die etwas Verletzendes gesagt hat. Du kannst sagen: „Das war eine rassistische Aussage.“ Oder „Diese Aussage kommt aus einem Denken, das andere Menschen abwertet. Das nennen wir Rassismus (oder eine andere Diskriminierungsform) und das lehnen wir hier ab.“

Damit greifst du nicht die Identität einer Person an, was zu Abwehr und Scham führt. Wichtig ist, dass die Person nicht als Rassist o.ä. bezeichnet wird, sondern deren Aussage als nicht okay klargestellt wird.

4. Weiterarbeiten

Setze klare Grenzen und öffne Lernräume, indem du nach der Situation im Einzelgespräch mit der verursachenden Person sprechen kannst. Biete Hilfe an, verlange keine Erklärungen. Du kannst versuchen herauszufinden, woher dieses Denken kommt.

Damit bietest du Schutz, einen Lernraum und ermöglichst Verantwortung zu übernehmen.

Prävention und Haltung entwickeln → Merksätze für unsere Arbeit sind:

  • Widerspruch statt Geduld: Diskriminierung sofort unterbrechen
  • Schutz vor Harmonie: Sicherheit geht vor „guter Stimmung“
  • Verantwortung statt Perfektion: Handeln ist wichtiger als Fehlerfreiheit
  • Glauben & Grenzen: Betroffenen glauben. Grenzen setzen. Lernen ermöglichen


Einige Ideen, wie du deine Haltung und sichere Räume in der Gruppe nach außen transportieren kannst.

  • Formuliere diskriminierungssensible Räume, wie Antirassismus als Wert auf dem Aushang, der Website o.ä.
  • Lass Geschichten, Held*innen und das Material, das du mitbringt divers sprechen, z.B. durch Literatur, Bilder etc.
  • Beziehung auf Augenhöhe: Vertrauen darf erarbeitet werden durch Handlungsfähigkeit und Zuhören, frage z.B.
    • „Was braucht ihr Kind, um sich sicher zu fühlen?“
    • „Wenn Sie Diskriminierung erleben, sagen Sie uns Bescheid.“
    • „Wir lernen noch – aber wir schauen nicht weg.“
  • Echt Teilhabe vs. „Token“- Einladungen: Der Unterschied liegt in der Absicht: dienen wir der Zielgruppe oder nutzen wir sie, z.B. für unsere Statistik….